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Der Bausparvertrag - kann man darauf noch bauen?

Ein kleiner geschichtlicher Überblick:

Bildnachweis Shutterstock.com, Maxx-Studio
Bildnachweis Shutterstock.com, Maxx-Studio

Die Geschichte des Bausparens reicht zurück ins 18. Jahrhundert. In  Birmingham (England) taten sich die Mitglieder einer Gemeinschaft zusammen und zahlten monatlich einen Betrag in eine Gemeinschaftskasse ein. Aus den eingezahlten Beträgen konnten die Mitglieder daraus ein Darlehen zum Bau oder Kauf einer Wohnung in Anspruch nehmen. In Deutschland wurde die erste Bausparkasse mit dem Namen „Bauparkasse für jedermann“ im Jahre 1885 in Bielefeld gegründet. Durchgesetzt hat sich diese Form des Sparens für den Wohnungsbau hierzulande jedoch erst zu Beginn des 20. Jahrhunderts. Nach dem ersten Weltkrieg war das Bausparen aufgrund der Wohnungsknappheit von enormer Bedeutung. So entstanden in den 20er- und 30er-Jahren zahlreiche Bausparkassen. Einen regelrechten Boom des Bausparens erlebte die Bundesrepublik Deutschland nach dem zweiten Weltkrieg. Im Zuge des Wiederaufbaus trug der Aufschwung vieler Bausparkassen einen Teil zum Wirtschaftswunder bei.

 

Der Grundgedanke des Bausparens lag damals und liegt auch heute noch beim Bauen und nicht beim Sparen!

 

In Deutschland existieren heute rund 30 Mio. Bausparverträge mit einem Gesamtvolumen von über

850 Mrd. EUR.

 

Ein Bausparvertrag dient für langfristig geplante Investitionen rund um die eigene Immobilie - entweder zum Bau, Kauf oder zur Renovierung.

 

 

Funktionsweise eines Bausparvertrages

Der Bausparvertrag mit den Elementen Abschlussgebühr, Ansparphase, Bausparguthaben und Bauspardarlehen - eine Übersicht über den zeitlichen Ablauf, Wirtschaftsimpuls GmbH Leinfelden und Stuttgart
Eine Übersicht über den zeitlichen Ablauf eines Bausparvertrages

Bei einem Bausparvertrag handelt es sich um eine Kombination aus Ansparphase und Bauspardarlehen.

 

Die Ansparphase: Im Bausparvertrag wird ein Mindestansparguthaben oder eine Mindestspardauer festgelegt. Wann ein Bausparvertrag zuteilungsreif wird, wird durch eine Bewertungszahl errechnet und ebenfalls im Vertrag festgehalten. Erst wenn dieser zuteilungsreif ist, kann das Bauspardarlehen auch in Anspruch genommen werden.


TIPP: Alte Bausparverträge mit hohem Guthabenzins sollte man nicht zuteilungsreif werden lassen,  denn dann versucht die Bausparkasse den Vertrag zu kündigen. Ist der Vertrag bereits zuteilungsreif, sollte die Bausparsumme vorsorglich erhöht werden. Viele Verträge bieten diese Möglichkeit.

 

 

Das Bauspardarlehen: Vorab wird eine gesamte Bausparsumme vereinbart, 30-50% davon müssen in der Ansparphase mit monatlichen gleichen Beträgen selber angespart werden. Der Rest wird über das Bauspardarlehen zu einem festen Zinssatz finanziert, der bei Vertragsabschluss festgelegt wird. Dieses Darlehen muss später relativ schnell, meist innerhalb von 8 bis 12 Jahren, zurückgezahlt werden, was zu einer hohen monatlichen Belastung führen kann.

 

 

Kosten eines Bausparvertrages

  • Bei Vertragsabschluss wird eine Abschlussgebühr in Höhe von 1,0-1,6% auf die gesamte Bausparsumme fällig und nicht nur auf die eingezahlten Beträge. Diese Abschlussgebühr wird auch nicht zurückgezahlt, falls der Vertrag gekündigt werden sollte.
  • Die gesamten Kosten für die Dauer eines Vertrages beinhalten neben der Abschlussgebühr auch jährliche Kontoführungsgebühren sowie zum Teil sehr hohe Gebühren, um die Darlehenszinsen garantieren zu können. Da die Abschlussgebühr mit dem eingezahlten Guthaben verrechnet wird, startet der Bausparer mit einem negativen Sparguthaben.

 

WARNUNG: Die aktuell sehr niedrigen Zinsen in der Ansparphase können nicht einmal die Abschlussgebühren ausgleichen, dadurch entsteht ein garantierter Verlust während der Ansparphase!

 

 

Sinn eines Bausparvertrages

  • Generell soll der Bausparvertrag als Schutz vor zukünftig steigenden Darlehens-Zinsen dienen. Allerdings ist aktuell und auch noch auf Jahre hin die Verzinsung des angesparten Guthabens mit 0,1% viel zu gering, dafür erhält man das Darlehen zu vermeintlich günstigen Zinsen, z.B. 2,5%. Allerdings entspricht der Darlehens-Zins in dem Beispiel dem 25-fachen des Guthaben-Zinses!
  • Grundsätzlich bietet der Bausparvertrag eine hohe Planbarkeit und zudem sind sowohl die Erträge als auch die spätere Belastung, die bei Nutzung des Bauspardarlehens entstehen, genau kalkulierbar.
  • Zusätzlich können staatliche Förderungen (Wohnungsbauprämie, Arbeitnehmersparzulage, Wohn-Riesterzulage) beantragt werden und unter bestimmten Voraussetzungen lassen sich diese auch kombinieren.

ACHTUNG: Staatlich gewährte Leistungen müssen bei der Kündigung eines Bausparvertrages zurückgezahlt werden. Wir empfehlen daher dringend eine Trennung von z.B. Riester-Förderung und Bausparvertrag!

 

Ein Bausparvertrag lohnt sich nur bei stark steigenden Darlehenszinsen und der Kredit sollte später auch in Anspruch genommen werden, ansonsten macht der Vertrag überhaupt keinen Sinn (siehe nachstehendes Beispiel)!

 

Bausparen mit Bausparvertrag oder als Alternative Eigenkapital ansammeln mit einem Fondssparplan und spätere Nutzung eines Immobilienkredits - ein Vergleich der Firma Wirtschaftsimpuls GmbH in Leinfelden und Stuttgart

Was Sie unbedingt vor Abschluss eines Bausparvertrages beachten müssen:

  1. Wann benötigen Sie das Bauspardarlehen?
  2. Wie hoch soll Ihre Bausparsumme sein? Setzen Sie diese nicht zu hoch an, sonst zahlen Sie bei sehr niedrigen Guthabenzinsen viel zu lange ein!
  3. Wie hoch darf die monatliche Belastung Ihres späteren Bauspardarlehens sein?
  4. Wo könnten die Zinsen bei Darlehensbeginn stehen? Lohnt sich für Sie vielleicht nicht eher ein „normales“ Immobiliendarlehen?
  5. Sammeln Sie kein zu hohes Bausparguthaben an, sonst fällt Ihr späteres Bauspardarlehen zu den „günstigen“ Zinsen geringer aus!
  6. Ihre monatliche Tilgungsrate muss realistisch sein, da das Bauspardarlehen schnell getilgt werden muss, i.d.R. innerhalb von 8 bis 12 Jahren
  7. Ist die Nutzung von staatlichen Zuschüssen bei Ihnen möglich? Trennen Sie am besten eine Riester-Förderung vom Bausparvertrag!
  8. Zum Schluss: Seien Sie sich über ALLE Kosten des Vertrages bewusst!

 

 

UNSER FAZIT: Bausparer aufgepasst! Ein Bausparvertrag lohnt sich derzeit kaum noch. Besser ist es, mit einem Fonds-Sparplan Eigenkapital anzusammeln und später einen günstigen Immobilienkredit zu nutzen, denn Bau-Zinsen bleiben unserer Ansicht nach auch in den kommenden 10 Jahren auf diesem niedrigen Niveau.

 

 

Unser Angebot für Sie: Wir berechnen Ihnen kostenlos, ob sich ein Bausparvertrag lohnt oder ob es sinnvoller ist, nach z.B. 10 Jahren ein normales Immobiliendarlehen aufzunehmen.

 

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Bildnachweis: Shutterstock.com (Urheberrecht: Maxx-Studio)

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